Tage des Europäischen Kulturerbes 2021: Egerländer
(27. Wandernde Egerländer Musikanten in Miltigau am 11. September 2021)

Richard Šulko

Das Egerer Stadtmuseum kaufte im Jahr 2008 den Egerländer Hof Nr. 18 in Miltigau (Milíkov) bei Eger. Dank der Zuwendungen der Europäischen Union und des Karlsbader Bezirkes konnte in 2018 mit der Rekonstruktion des ganzen Hofes mit dem Fachwerkhauptgebäude begonnen werden. Am 11. September 2021 wurde im Rahmen der „Tage des Europäischen Kulturerbes“ diese Zweigstelle des Egerer Museums der Öffentlichkeit mit einem sehr reichhaltigen Programm übergeben.

Die musikalische Einleitung besorgte Franz Severa aus Trinksaifen mit seiner Ziehharmonika. Das erste Grußwort überbrachte Olga Haláková (KDU-ČSL) vom Karlsbader Bezirk, die für die Kultur zuständig ist. Als zweite Sprecherin ergriff das Mikrofon Martina Kulová, Direktorin des Egerer Museums. Über den Verlauf der Bauarbeiten berichtete Herr Petr Stránský von der Firma „Bolid 21“: „Das schwierigste war der Austausch der vom Hausschwamm angegriffenen Balken am Hauptgebäude: wir müssten den ganzen oberen Anbau etwa drei Zentimeter hochstellen und dann komplett neu die Holzzimmerung einbauen.“ Martin Volný vom Projektbüro „Projektstav“ erzählte auch, welche Schwierigkeiten sie im Projekt hatten. Anwesend bei dieser Feststunde war auch der stellv. Bürgermeister von Miltigau, Petr Dick.


Reichhaltiges Programm

Nach der Begrüßung folgten die ersten kommentierten Führungen: die bautechnische und die ethnographische. Um halb eins kam die erste Musikgruppe aufs Programm: aus Netschetin waren das Egerländer Duo „Målaboum“ und die Egerländer Volkstanzgruppe „Die Målas“ angereist. Im ersten Block sang der Måla Richard zwei Egerländer Volkslieder, mit Zitherbegleitung durch seinem jüngeren Sohn Vojtěch: „Öitza spann i meina Rößla vur d Kutschn“ und „Es woar a mål a Mülleri.“ Es folgten dann zwei Egerländer Volkstänze: „Da Howansook“ und „I(ch woiß woos.“ Auch die Trachten der einzelnen Tänzerinnen und Tänzer wurden dem Publikum, welches in großer Zahl anwesend war, vorgestellt. Nach den Egerländern aus Netschetin folgte die Folkloregruppe „Stázka“ aus Tepl b. Marienbad und die wohl bekannteste Folkloregruppe in Westböhmen, „Dyleň“ (Tillenberg) aus Karlsbad.

Kinder toben sich aus

Nach der zweiten kommentierten Museumsführung folgte ein Märchen für die Kinder. Für die Kinder waren während des ganzen Tages Spiele vorbereitet, die man heute nicht mehr sieht: „Stelzenlauf“, „Sacksprung,“ „Murmelspiel, “ und viele andere Spiele. Im Museum und im Freien wurde auch das alte Handwerk gezeigt: Herstellung von Schindeln, Spinnen, Schmieden, Korbflechten oder Drischel-Dreschen und mehr. Das wohl Interessanteste für den Richard V. mit seiner Schwester Kristine war wohl die händische Herstellung von Graupen. Sie hämmerten eine Stunden in einen Baumstamm mit einer Vertiefung, die mit Gerstenkörnern gefüllt war, bis man feine, kleine saubere Körner hatte. Im zweiten Teil kamen wieder alle Gruppen aufs Programm und bis kurz vor Tagesende wurden noch kommentierte Führungen durchgeführt. Der große Dank geht an das Museum in Eger mit seinem Team, das ein wichtiges Stück unserer Egerländer Identität für die nächsten Generationen erhalten hat.

 

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