Mit meinem König!

(Einbettung der Reliquie des seligen Karl I. am 24. April 2022)


Es gibt im Leben Ereignisse, die man erleben muss. Eines davon war die Einbettung der Reliquie des seligen Karl I., welcher der letzte Böhmische König war. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100. Todestag dieses österreichischen Kaisers wurden viele Aktionen in Böhmen, Mähren und Schlesien durchgeführt. Der Höhepunkt fand am Feiertag des Hl. Georgs in der St. Veit–Kathedrale in Prag, auf dem Hradschin statt. In Anwesenheit vom Enkel des Königs Karl I., seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit Karl Habsburg-Lothringen und vieler Mitglieder des St. Georg-Ordens (Habsburg-Lothringen) wurde ein Festgottesdienst in der bedeutendsten Kirche Böhmens zelebriert.

Der Hauptzelebrant war Mons. Václav Malý, Prager Hilfsbischof und Probst des Metropolitankapitels St. Veit. Die musikalische Umrahmung besorgte der Prager Chor der Kathedrale mit dem Chorleiter und Organisten Josef Kšica. Der Organisator war die „Gebetsliga des Kaisers Karl I. für den Frieden zwischen den Völkern.“ „Der böhmische König kehrt symbolisch nach Hause – an den Ort zurück, wo seine Vorfahren bestattet worden seien, sagte einer der Veranstalter, Milan Novák von der Gebetsliga. Er erwähnte auch, dass der Karl I. der Nachfolger der böhmischen Hl. Ludmila in 32. Generation ist und damit zu den Przemysliden gehört. Beim Sudetendeutschen Tag in Augsburg im Jahre 2003 gehörte zu den damaligen Höhepunkten, als ich mich mit dem Vater vom Karl Habsburg-Lothringen, Otto von Habsburg fotografieren ließ. Nun entstand wieder ein Plan:

 

Ob das gelingt?

Nicht nur wegen dem Bild mit dem „amtierenden“ böhmischen König reiste ich mit meiner Frau also nach Prag. Es war eine Selbstverständlichkeit und Verpflichtung gleichermaßen, dem mit 34 Jahren verstorbenen Kaiser die Ehre zu erweisen. Nach einer schwierigen Suche nach einem Parkplatz kamen wir in der Kathedrale an. Die vorderen Plätze war schon vollständig besetzt: nicht nur von den Mitgliedern des St.-Georgs-Ordens, sondern auch von den zu Ostern getauften Neuchristen. Es war ein sehr würdiger Gottesdienst, nach dessen Ende eine Prozession die Reliquie in die Kaiserkapelle gebracht wurde. Dort „Soll sie, wenn Gott will, auch auf ewig bleiben,“ so Milan Novák von der Gebetsliga. Nun kam der lang ersehene Augenblick: nachdem Karl Habsburg-Lothringen das Interview mit dem Fernsehen beendet hatte, bestürmten ihn hunderte von Anhängern und baten um ein Autogramm, oder brachten kleine Geschenke mit. Geduldig unterhielt sich der „Thronfolger“ mit jedem und zum Abschluss gab er auch jedem seine Hand. Nun konnte auch ich mit meiner Frau zu ihm durchdringen. „Von wo kommen sie?“ fragte er mich. Nach der Erklärung, wer wir sind und von wo wir kommen folgte das lang ersehnte Foto und dann wurden wir verabschiedet. Es war ein schönes Erlebnis! Den Festtag krönte noch ein gutes Mittagessen, nicht weit weg vom Hradschin und dann ging es von der Metropole wieder nach Plachtin.

Richard Šulko

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