Ältester Dachstuhl in Tschechien
Ausstellung über Egerer Dachstühle am 15. September 2018 eröffnet

Die Stadtstiftung Historisches Eger eröffnete in der Kirche Mariä Verkündung im ehemaligen Franziskaner-Kloster in Eger eine Ausstellung, die die Modelle der mittelalterlichen Dachstühle zeigt.

Im Jahre 2016 fing die Stiftung an, mit den Dachstühlen, einer Besonderheit im Europäischen Raum, zu arbeiten. Im Rahmen eines Projektes entstanden ein Prospekt, ein Fachbuch und Begleitheft zur Ausstellung. Im letzten Jahr entstand ein Lehrpfad „Unter den Egerer Dächern“. Und gerade diesen Lehrpfad besuchte mit seinem Freunden der Zimmermannmeister Josef Hauer aus Parkstein in Deutschland. Der bemerkte nach der Tour: „so erhaltene alte Dachstühle in so einem Zustand habe ich noch nie gesehen“! Hauer wollte für die nächsten Generationen die Kunst der alten Zimmerleute festhalten und deswegen bot er an, für die Stadt zwei Modelle im Maßstab 1:15 kostenlos herzustellen. Das Holz dazu lieferte Konrad Dippel. Und dann kam der 15. September 2018.


Zitherklag verschönerte die Klosterkirche

Die Ausstellungseröffnung eröffneten musikalisch die Wittingauer Pfeifer, unter der Leitung von Václav Šimeček und Milena Šimečková. Frau Marcela Brabačová, Leiterin der Abteilung für Kultur und Fremdenverkehr der Stadt Eger eröffnete dann die Begegnung. Nach ihren Einleitungen sprach zu den Besuchern, die alle Bänke der Kirche belegten“, Bauhistoriker Herr Michal Panáček, der für Herrn Hauer die Baupläne für die Modelle vorbereitet hatte. Es wurden zwei Modelle gebaut: Dachstuhl des Gablerhauses am Egerer Marktplatz und Dachstuhl der Kirche im Franziskaner-Kloster. Bei diesem kann man das Jahr 1319 finden. Im nächsten Jahr ist es also 700 Jahre her, als der Dachstuhl, mit damals einfachen Mitteln gebaut wurde und bis heute funktioniert! Dann sprach sein Grußwort der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Eger, Michal Pospíšil. Karl Müller, Träger des Goldenen Abzeichens der Bayerischen Zimmermannzunft, brachte einen versierten Richtspruch. Die wohl schönste Strophe war diese:

„An dem Modell kann man jetzt sehen
wie einst die Arbeit war geschehen.
Ein Meisterwerk! – Und sein Erbauer
Das ist der liebe Josef Hauer“.

Den Abschluss der Feierstunde machten die Målaboum, die zum Imbiss dann Egerländer Volkslieder spielten, mit Zitherbegleitung.

Måla Richard Šulko

 

 

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