Wenn ein Minister Fürbitten liest
(68. Sudetendeutscher Tag 2017 in Augsburg)


Zum Pfingsttreffen der Deutschen aus Böhmen, Mähren und Schlesien kam Dank Unterstützung seitens des BMI in diesem Jahr nach Augsburg eine Rekordzahl von Deutschen, die noch im heutigen Tschechien leben. Aktive Teilnahme mit Präsentation der Arbeit der deutschen Vereine, reichhaltiges Programm und Besuch vom tschechischen Vizeprämier Pavel Bělobrádek machte dieses Treffen wieder zu einem Meilenstein der Sudetendeutsch-tschechischen Verständigung.

 

Rechtzeitig am Freitagvormittag, den 3. Juni 2017 machte sich das Team vom „Bund der Deutschen in Böhmen“, welches durch Krankheit der Kleinsten geschwächt war, auf den Weg in die „schwäbische Hauptstadt“ Augsburg. Der Weg verlief trotz des „Pfingstverkehrs“ ohne Zwischenfälle und deswegen wurde die Halle 5 am Augsburger Ausstellungsgebäude schnell erreicht. Nach weniger als einer Stunde war der Stand fertig und der Pfingstsamstag konnte kommen. 


Ruhiger Pfingstsamstag

Um neun Uhr wurde in der Halle 7 die Buchausstellung eröffnet und um halb zehn wurden die Aktionshallen durch den SL-Landesobmann Bayern, Steffen Hörtler eröffnet. Danach fing für jeden Standbetreuer die eigentliche Arbeit an. Bis achtzehn Uhr verharrte das Team der „östlichen Egerländer“ am Stand und informierte die Besucher über die Arbeit des Verbandes, dessen Vorgänger schon im Jahre 1896 gegründet wurde. Der beliebte Kopfstand präsentierte im Jahre 2017 eine Neuigkeit: Das Projekt „Nachbarn“, welches die Sendungen für die deutsche Minderheit im Tschechischen Rundfunk darstellt. Weil der „Bund der Deutschen in Böhmen, e.V.“ einen „Kooperationsvertrag“ mit dem nahgelegenen „Verein der Deutschen in Böhmen-Region Pilsen, e.V.“ hat, wurden die Infostände gegenüber aufgebaut, um sich gegenseitig bei höherer Auslastung zu helfen. Auch einige Aktivitäten werden gemeinsam gemacht und deswegen war das ein natürlicher Weg. Schade, dass am Samstag kein großer Betrieb herrscht, denn der am meisten besuchte Tag ist der Pfingstsonntag.

Mundartlesung am Pfingstsonntag

Der Pfingstsonntag fängt jedes Jahr mit Gottesdiensten an. Der katholische wurde in der Schwabenhalle gehalten. Als Hauptzelebrant kam nach Augsburg S.E. František Radkovský, emeritierter-Bischof von Pilsen. Bei dieser Messe, die sehr gut besucht war, erlebten alle eine Überraschung: Fürbitten in Tschechisch, die von einem Minister vorgelesen wurden: Daniel Herman, Kulturminister Tschechiens übernahm den „tschechischen Teil“ der Fürbitten. Er reiste gemeinsam mit seinem Parteichef Pavel Bělobrádek an, der der wichtigste Gast bei diesem Treffen war. Zu einem „Sudetendeutschen Tag“ zu reisen, gehört auch heute noch zu mutigen Schritten, was vor allem für tschechische Politiker, dazu noch in der Wahlkampagne, gilt.  Das wurde auch mehrmals nicht nur von deutschen Politikern betonnt. Nach dem Gottesdienst folgte der Einzug der Fahnenabordnungen und Trachtengruppen zur Hauptkundgebung. Die Moderation übernahm Robert Wild. Der „Bund der Deutschen in Böhmen“ marschierte zum ersten Mal unter seiner neuen Vereinsfahne hinein. Hinter der Fahne folgten acht „verbliebene“ Egerländer in Tracht, die sich herzlich mit den Ehrengästen beim „Vorbeimarschieren“ begrüßten. Kurz nach halb zwei Uhr präsentierte sich der „Måla Richard“ vom „Bund der Deutschen in Böhmen“ bei den Mundartlesungen im Messezentrum. Die Veranstaltung war gut besucht. Der „Besucherandrang“ war hoch und die Prospekte und Infomaterialien verschwanden schnell. Damit musste man nicht so viel wieder mit nach Hause mitnehmen. Das ist immer gut. Der Dank geht ans BMI, welches die Teilnahme unterstützte und an die „Sudetendeutsche Landsmannschaft“ für die Einladung und Unterstützung.

MR

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