Ostern 2017 in Netschetin

Der „Bund der Deutschen in Böhmen, e.V.“ beteiligte sich an dem wichtigsten christlichen Fest mit Osterbräuchen und Kirchengang. Es ist vor allem das „Ratschngäihn“, welches bei den kleinsten Kindern auf großes Interesse trifft. Bei den deutschen Gläubigen gehören auch fleißiger Kirchengang und Familientreffen dazu.
 


„Klåppa, klåppa“ am Karfreitag…..

Das „Oster-Triduum“ fängt am Gründonnerstag an. In unserer Heimat muss man an diesem Tag arbeiten gehen und damit findet das Gedenken an das letzte Abendmahl Christi meistens abends statt. In der Netschetiner St. Jakobus-Kirche konnte man schon Jahrzehnte an diesem Tag keinen Gottesdienst feiern, weil dort kein Dauerpfarrer ist. Man muss sich in Manetin oder Plasy umschauen. Da kommt man aber spät nach Hause und deswegen wurde der Gottesdienst um halb vier in Theusing gerne in Anspruch genommen. Am Karfreitag, im Jahre 2017 machten sich sechs „Ratschnboum“ auf den Weg, um den Osterbrauch lebendig zu erhalten und den Mitgliedern und Gönnern Freude zu bereiten. Pünktlich um neun Uhr fingen sie beim „Potinar Rudi“ in Netschetin an. Der ist zwar vor einem Jahr verstorben, aber seine Frau empfing die Großen mit einem „Stamperl“, wie sich´s gehört. Aus Netschetin ging der Weg zuerst zu der Kapelle „Im Zoo“, wo der erste „Engel des Herrn“ gebetet wurde. Am „Grünen Kreuz“ wurde die erste Rast nach dem Gebet gemacht. Nachdem die Gruppe auf Deutsch-Neustadl „hochkletterte“ und Osterwünsche überbrachte, bestieg die Gruppe die Burgruine Preitenstein. Da wird der Körper, vor allem die Füße bei den früher geborenen „Ratschnboum“ schon ziemlich viel belastet! Am Plachtin, dem Ziel des Tages kam die Gruppe gegen ein Uhr an. Bei „Målas“ einen ersehnten Kaffee trinken und es geht zu „Målas II“, wo schon ein Fastenmittagessen, bestehend aus einer „Gräizeigsuppan“ und „Erdepflplatzkan“, vorbereitet wurde.  Die Aufteilung der gesammelten Sachen folgte gleich nach dem Essen, denn darauf freuten sich die Kleinsten am meisten.

 

Kirchenfeste….

Der Vormittag am Karsamstag wird für die Büroarbeiten genutzt, auch Familienbesuche gehören zu diesem Tag. In der Kirche wird aber langsam schon das wichtigste Ereignis im katholischen Glauben vorbereitet: Das Fest der Auferstehung Christi. Um acht Uhr abends treffen sich die Gläubigen aus Manetin, Netschetin, Plachtin und mehreren Ortschaften, die von den „Oblaten“ geistlich verwaltetet werden, in der Johannes der Täufer – Kirche in Manetin. Mit dem Anzünden des Osterfeuers und dem Segen der „Pascha-Kerze“ fing der zweistündige Gottesdienst an. Vom „Bund der Deutschen in Böhmen“ waren drei Trachtenträger dabei. Die Kirche war voll und dadurch war keinem kalt, was normalerweise der Fall ist. Ostersonntag wurde der Vormittag wieder mit ein wenig Büroarbeiten „ausgefüllt“ und nach dem Festessen zu Mittag geht´s in die St. Jakobus-Kirche nach Netschetin. Weihrauch und die gut besuchte Heilige Messe krönten das „Triduum“. Nachmittag Kaffeetrinken und Ausklang. Der Vormittag am Ostermontag gehört dem „Auspeitschen mit der Osterrute“. Das ist die Beschäftigung vor allem für die kleinen Kinder, aber auch die erwachsenen Männer machen da gerne mit. Am Plachtin sind ganz wenig Kinder und deswegen werden sie durch Männer, sogar Opas ersetzt. Wer erinnert sich nicht gerne an die Kinderzeit, umso mehr, wenn man anstatt Eiern ein „Stamperl“ bekommt?

 

Frohe Ostern!

Måla Richard (Šulko)

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