Náš (unser) Egerland
Vortrag von Mag. Filip Prekop in der Bibliothek in Elbogen 8. 2. 2018

Richard Šulko

 

Filip Prekop, Archäologe und Vorsitzender des Vereines „Terra Incognita“ lud zu einem interessanten Vortrag in die Stadtbibliothek in Elbogen ein. Prekop, der sich mit seinem Team um die Geschichte der Bergstadt Lauterbach kümmert, nahm sich vor, ein schwieriges Thema zu behandeln. Sehr detailliert bearbeitete er unser liebes Egerland: vom 12. Jahrhundert bis heute.

Schon am Anfang stellte Prekop fest: „Man kann geografisch das Egerland nicht klar definieren: „Geht es um den Fluss Eger und das Land herum? Geht es um das historische Egerland oder um den ´Politischen Bezirk Eger‘ im 20 Jahrhundert?“ Wie es auf einer Seite der Präsentation steht: „Die Klippe des Begriffes steht darin, dass der Raum ausschließlich mit dem deutschen Ethnikum verbunden ist. Heute leben Menschen hier, die aus einem anderen Kulturraum kommen.“                

Der Willy Russ-Kachelofen als Streitgegenstand

Die Stadt Elbogen streitet mit allen Waffen mit der Stadt Eger, wer der eigentliche Inhaber dieses Wunderwerkes ist, welches das Egerländer Kulturgut auf einer wunderbaren Art darstellt. Gerade bei der Herstellung des Ofens muss man die Zusammenhänge kennen: Willi Russ war ein Schönfelder. Den Kachelofen bestellte während des Krieges das Egerer Museum und das Reichsgau Sudetenland mit Hilfe einer Volkssammlung. Der Ofen entstand in den Jahren 1941-1944, also im tiefsten Krieg. Auf dem Bild aus dem Atelier mit dem Ofen kann man auch Hitlers Büste sehen. Das könnte heißen, es war auch eine politische Bestellung. „Man muss bei den Auswertungen auch kritisches Denken einsetzten“, betonte Prekop.

Eger auf dem Mars zu finden!

Filip Prekop präsentierte auch eine interessante Begebenheit: auf dem Mars wurde im Jahre 1976 ein Krater nach Cheb (Eger) ernannt, welcher 5 x 8 km groß ist. Seit dem 12. Jahrhundert wird das Egerland durch Ministerialen kolonisiert. Prekop gab als Beispiel die Nothafts an. Die Schlicks waren z.B. ursprünglich Schneider und Tuchmacher.  Die Stadt Eger hatte im 16. Jahrhundert das Recht den Bergbau zu nutzen. Prekop erwähnte auch den Pogrom an Juden im Jahre 1350, oder die Verpfändung des Egerlandes ans Böhmische Königreich im Jahre 1322, mit Beibehaltung der Rechte einer Freien Reichstadt. Die wohl interessanteste Information für mich war jedoch die Behauptung, dass der Flodara (Egerländer Männertrachtenhut) nach der „Rauchglocke“ in der Bauernstube gemacht wurde. Prekop erwähnte in seinem Vortrag auch die Trachten, sowie Egerländer Bauart.

Es ist bewundernswert, dass ein junger Mensch sich so viel Mühe macht, um die tschechische Gesellschaft mit unserem Kulturgut und Identität bekanntzumachen. Ein Thema für die AEK-Begegnung?

 

 

 

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