Medienworkshop „Positive Minderheit”
(26.- 28. September 2019 in Reinowitz, Haus der Dt.-tsch. Verständigung)

 

Dank des BMI konnte die Leiterin des Hauses der Dt.-tsch. Verständigung, Petra Laurin wieder Journalisten nach Reinowitz einladen. Die Journalistenprofis mit denen, die es aus Spaß machen, bearbeiteten Themen, wie man besser arbeiten kann - nicht nur für die dt. Minderheit. Auch etwas aus der dt. Geschichte in Nordböhmen lernte man dabei.

 

Der erste aber sehr interessante Ausflug führte nach Gablonz a.d. Neisse, zur Firma Kitl. Der Inhaber und Geschäftsführer Jan Vokurka erzählte die Firmengeschichte: „Wir suchten eine Persönlichkeit aus Gablonz, nach welcher wir die Firma benennen könnten. Die Entscheidung fiel auf Eleazar Kittel. Der Name war aber vergessen“. Die Firma ist sehr erfolgreich. Gewinne werden in die Verarbeitung der Geschichte hineingesteckt: es wurden drei Bücher herausgegeben, das letzte ist eine Übersetzung des Gustav Leutelt-Buches, die erste in Tschechisch. Der Versuch eine bedeutende Straße in Gablonz nach Kittel zu benennen schlug fehl. Der zweite Versuch, eine Schule nach ihm zu benennen wird mit einem Schwergewicht zu kämpfen haben: Diese Schule besuchte die Olympiasiegerin im Speerwerfen Barbora Špotáková.

LandesEcho im Kreuzfeuer

Nach dem Mittagessen führte der Weg wieder nach Reinowitz zurück. Das Thema „Neue Perspektiven beim LandesEcho" stand auf dem Programm. Steffen Neumann, Chefredakteur des Magazins, berichtete zuerst über die Neuigkeiten beim LandesEcho: „außer mir ist die Redaktion ganz neu“, waren seine ersten Worte bei der Einleitung. Tereze Líbalová und Manuel Römmel sind die neuen Mitarbeiter in der Redaktion. Sie selber konnten nicht zum Seminar kommen, weil sie mitten in Antragstellung bei der Landesversammlung sind. Auch die neuen Vertriebswege beim LandesEcho wurden besprochen: z.Z. kann man das Magazin an mehr als 100 Kiosken erwerben. Neu ist auch die Tatsache, dass das LandesEcho stark in den Sozialnetzten vertreten ist und einen selbstständigen Youtube-Kanal hat. Videos kann man neu in Facebook, Twitter oder Instagram posten.

Geistlich in Haindorf

„Woher kommen wir? - Wohin gehen wir“? war der nächste Vortrag von Monika Hanika, deren Mutter aus Haindorf stammt. In 2003 gab es in Würzburg den Anstoß einen therapeutischen Arbeitskreis zu bilden. In vielen Familien werden bis heute die Geschehnisse im- und nach dem Krieg verschwiegen. Frau Hanika: „Es soll mehr auf die Gemeinsamkeiten geachtet werden“. Hanika berichtete über die mehr als zehn Jahre erfolgreiche Seminarreihe „Kraft aus den Wurzeln“ in Haindorf und in der Villa Klinger in Neustadt an der Tafelfichte. „Wenn man in der Vergangenheit hängen bleibt, kann man nicht die Zukunft leben“, so Hanika.

Freitagjournalismus

Am Freitagmorgen kam als erstes der Vortrag „Grundlagen des Printjournalismus“ von Jan Šebelka, einem Journalisten und Schriftsteller. In diesem bekamen die Teilnehmer Ratschläge für die Zusammenarbeit mit klassischen Printmedien und Lokalredaktionen, sowie Erfahrungen mit Fundraising (Beschaffung von Mitteln). Šebelka berichtete über seine schlechte Erfahrung mit den tschechischen ehemaligen Kollegen oder besser gesagt mit den Verlagen: „Eine positive Nachricht von einer kleinen gemeinnützigen Gesellschaft in die Zeitung zu kriegen ist heute einfach unmöglich“. Šebelka gab folgende Ratschläge: Journalisten sind faul, sie haben zu viel Arbeit und zu wenig Platz in der Zeitung. Das erste stimmt. Weiter: jeder Journalist schreibt immer über gleiche Themen.  Vor allem sollt man ihnen nicht sagen, was sie schreiben sollen. Im weiteren Verlauf folgten eine Studienfahrt ins Isergebirge und der Besuch in dem renovierten Kittel-Haus in Schumburg. Es wurde auch die Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern besprochen, Referent war Mgr. Jan Sedlák, Projektmanager „Slow Tourismus Projekt („Immer mit der Ruhe)“  – Verbindung der Kultur und Natur in der Euroregion Neisse. Am Samstagvormittag wurde mit dem Programm fortgefahren.

Richard Šulko

   

Joomla SEF URLs by Artio