Geheimnis einer Gruft
Netschetiner Kirche verriet ihr Geheimnis

Die Kirche St. Jakobus in Netschetin enthüllte 200 Jahre altes Geheimnis. Menschliche Überreste eines Unbekannten kamen aufs Tageslicht.

Diese Kirche ist mit dem Schicksal meiner Familie verbunden. Meine Vorfahren mütterlicherseits empfingen dort die heiligen Sakramente, so wie ich und meine Kinder. Mehr als fünfzig Jahre betrete ich den Boden der Kirche, der mit Sandstein belegt ist. Hunderttausende Füße hatten in den Jahrhunderten leichte Unebenheiten in den Steinen entstehen lassen. Was für ein Geheimnis die Besucher der Kirche im Frühjahr 2018 erwartet, konnte keiner ahnen! Zu einer Untersuchung wegen Feuchtigkeit kam ein Spezialist aus Prag. Gleich nach dem Betreten des Eingangsraumes sagte er „Da habe sie eine Gruf“ Auf dem Boden konnte man einen großen Stein sehen, der mit seinen Maßen viel größer war, als die anderen und er lag mitten im Eingangsflur. Nachdem der Stein im Beisein unseres Pfarrers P. Günther Ecklbauer, OMI gehoben worden war, fand man tatsächlich Reste von einem Sarg mit sterblichen Überresten eines Menschen! Pietätvoll  wurden sie vom Pfarrer Ecklbauer gehoben und ihr Weg führte sie ins Westböhmische Museum, zu den Archäologen.


Nur Pantoffeln blieben unversehrt…

Der archäologische Bericht konnte jedoch das Geheimnis nicht lüften, wer da vor zweihundert Jahren beigesetzt worden war. Mit Sicherheit war das eine wichtige Persönlichkeit, die solche Ehre bekam. Aus den sterblichen Überresten konnte man auch nicht feststellen, ob das eine Frau oder ein Mann war. Vor allem der Schädel war nämlich sehr beschädigt. Das Alter der bis jetzt unbekannten Person lag zwischen 20 – 39 Jahren und sie war 168,5 – 178,5 cm groß. Begraben wurde sie in den Jahren 1770 – 1800, d.h. etwa vierzig Jahre nach der Fertigstellung der Kirche. Aus dem Anzug blieb fasst nichts übrich, nur die Pantoffeln blieben beinaheo so, wie am Tag des Beisetzung. Die ersten Gedanken, wer das sein könnte, gingen in Richtung des Baumeisters der Kirche: aber so jung? Es gab auch einen Kirchenchor in der Kirche: ob das ein junger Chorleiter war? Die Suche nach der Identität überlassen wir also der breiten Öffentlichkeit. Am 21. Juni 2018 fand die erneute Beisetzung statt: Unter dem Segen vom P. Günther Ecklbauer gab der Netschetiner Bürgermeister Jiří Křemenák den kleinen neu gemachten Sarg dorthin, wo der Unbekannte schon zwei Jahrhunderte lang lag.    

Kann man einmal diesen hoch interessanten Fall aufklären?

Måla Richard Šulko

 

 

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