Egerländer bei der Kaiserin Zita
Pilgerfahrt nach Wien 10. 3. 2018

 

Der Mährische Verein „Kaiserin Zita“ aus Zlin veranstaltete schon die dritte Pilgerfahrt nach Wien. Anlass war der Todestag der letzten Kaiserin von Österreich Zita von Bourbon-Parma am 14. 3. 1989. Für einen Egerländer war diese Fahrt ein hoch spannendes Erlebnis mit sehr positiven Eindrücken. Nachdem ich siebenundzwanzig Jahre  in der „Materie“ Egerlandtun, Sudetendeutsch, Walfahrten etc. tätig bin, war dieser Weg ein richtiges „Zurück zu den Wurzeln….“ Die Votivmesse zu Ehren des seliggesprochenen Kaiser Karl I. zelebrierte auf Lateinisch im klassischen Rituale P. Jakub Zentner FSSP aus Neckarsulm. Mit zwei Busen und mehreren Autos waren um die hundert Pilger unterwegs, um die Seligsprechung der Kaiserin zu unterstützen.

 

Die Egerländer starteten ihre Pilgerfahrt in Brünn. Der zweistündige Weg nach Wien wurde durch Rosenkranz-Gebete und Litaneien verschönert. Nach der Ankunft in Wien, auf dem Maria-Theresien-Platz, marschierten die Pilger zur Kapuzinerkirche in der Stadtmitte. Den Einzug zum Gottesdienst verschönerten vier Fahnen: Kaiserliche, Böhmische, Mährische und Schlesische. Neben P. Zentner dienten am Altar weiter: Diakon P. John De Zwart, als Subdiakon P. Jan Šimoník. Musikalisch wurde die Hl. Messe vom Brünner „Hussowitzer Verschönerungsgesangsverein“ begleitet.  Für einen Gläubigen ist es ein großes Erlebnis, in der alten Klosterkirche eine lateinische Hl. Messe zu erleben, mit viel Weihrauch und den alten, wunderschönen Messgewändern. Während des ganzen Gottesdienstes stand auf dem Altar die Reliquie des seligen Karl I. Der Höhepunkt sollte aber erst zum Schluss der Hl. Messe kommen, als die Mährer den „St. Wenzel-Choral“ anstimmten und die Prozession mit der Reliquie zur Kaiserkapelle startete.

Kaiserliche Volkshymne in Tschechisch…..

Auf dem Weg sangen alle Mährer, Schlesier und zwei Egerländer (Deutschböhme) mit lautester Stimme den Kaiserlichen Hymnus, bei dem kein Auge trocken blieb:

„Gott erhalte, Gott beschütze
Unsern Kaiser, unser Land!
Mächtig durch des Glaubens Stütze
Führt er uns mit weiser Hand!
Lasst uns seiner Väter Krone
Schirmen wider jeden Feind:
Innig bleibt mit Habsburgs Throne
Österreichs Geschick vereint.“

Nachdem alle Strophen gesungen waren, kam die Litanei zu Karl I. und dem Gebet für die Seligsprechung der Dienerin Gottes Zita: „Gott, Du himmlische Vater..… Wir bitten Dich, das Deine Dienerin Zita, Kaiserin und Königin zu Ehren des Altares deiner Kirche erhoben wird…“. Bei diesem Gebet konnte jeder Pilger seine Bitte vortragen.

 

Am Sarkophag der Sisi…

Nach der Andacht führte der Weg in die Kaisergruft. Hunderteinundfünfzig Persönlichkeiten des Hauses Habsburg sind hier in wunderschönen Sarkophagen aufgebahrt. Schade, dass man nicht genug Zeit hatte, denn hier ist die Geschichte unserer Heimat zu sehen. Ein Foto vor den Sarkophagen der Sisi und des Franz Joseph I. , sowie der Zita und dem Kronprinz Otto, den ich noch aus den Sudetendeutschen Tagen kannte, war Pflicht. Da wir in Tracht waren, wurden wir von einem österreichischen Ehepaar angesprochen, was wir da tun. Die waren ziemlich überrascht, über die Treue der Menschen aus Böhmen, Mähren und Schlesien zum Kaisertum.

Eigentlich sollten alle Egerländer, Sudetendeutsche, Deutschböhmen bei einer solchen Pilgerfahrt dabei sein, denn wenn die Ehre „tschechische“ Mährer erweisen können, warum nicht die deutschsprachigen Bewohner von Böhmen, Mähren und Schlesien? Gerade in der heutigen Zeit kann das Beispiel vom tiefen Glauben und Aufopferung des Kaiserlichen Paares ein gutes Vorbild werden.

 

 M.R.

 

 

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