Egerländer on Tour
(Autorenlesung 16.- 19. Juni 2016)

Richard Šulko

Der Zauberer und wir….

Die Erste Lesung, die die Egerländer dank BMI im Jahre 2016 organisierten, fand im „Begegnungszentrum Karel Klostermann“ in Pilsen statt. Am Donnerstag, den 16. Juni 2016 organisierte die Leiterin des BGZs und Vorsitzende der „Organisation der Deutschen in Westböhmen“, Frau Terezie Jindřichová, schon den dritten „Kindertag“. Gemeinsam mit dem ersten Deutsch-tschechischen Kindergarten in Pilsen, „Junikorn“ und dem „Bund der Deutschen in Böhmen, e.V.“ wurde ein dreistündiges Programm für die Kleinen vorbereitet: Wettbewerbe, Zauberer und Braten der Würste. Weil viele Eltern mit den Kindern kamen, hatten wir folgende Idee: Wenn der Zauberer die Kinder beschäftigt, machen wir unsere Lesung! Die Idee war ideal, aber die Eltern haben die Kinder nicht alleine gelassen. Immerhin waren zwölf Mitglieder von dem Pilsner Verband anwesend. Im einstündigen Programm lass ich aus meinen Texten in Egerländer Mundart und in Deutsch. Die musikalische Umrahmung übernahm mein Sohn Vojtěch, der mich auf der Zither begleitete. Ich sang auch einige Volkslieder, die meisten auch in Mundart. Nach der Lesung trafen wir uns alle im Garten von dem Kindergarten beim Grillen der Würste. Auf die Gitarre spielte Barbora Špidlová aus Zemětice (Zemetitz).

Der Armageddon auf dem Jeschken…

Die zweite Lesung auf unserer Tour organisierte das BGZ Reichenberg vom „Verband der Deutschen-Region Reichenberg“ mit. Věra Straková, die “gute Seele” des Hauses und Präsidiumsmitglied der „Landesversammlung“, hat mit ihren Mitgliedern sehr gastfreundlich alles vorbereitet und die neunzehn Zuhörer waren wirklich schön verwöhnt. Als Ehrengast war sogar die stellv. Vorsitzende des „Reichenberger Heimatverbandes“, Frau Urd Rothe-Seeliger und Herr Hans Pieke anwesend! Nach dem einleitenden Lied und Musikstück begrüßte uns die Vorsitzende, Frau Krista Blaževičová. Diesmal dauerte die Lesung mit Gesang eineinhalb Stunden. Die älteste Teilnehmerin war neunzig Jahre alt! Sie hat sogar das „Küchenlied“ „Die Gärtnerin“ erkannt. Reichenberg war die Hauptstadt des „Sudetengaus“ und auch geschäftlich fahre ich immer gerne ins Isergebirge. Was wäre ein Besuch Reichenbergs, wenn man nicht den zauberhaften Jeschken besuchen würde? Wir sind also mit der vorletzten Seilbahn hochgefahren. Nachdem die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand, bildete sich im Westen ein traumhaft schönes Bild, was aber auch ein wenig gespenstisch aussah: mit dem Genius Loci von diesem Berg fühlten wir uns wie im Armageddon. Wir sind aber gesund wieder ins Hotel gekommen und damit konnte der dritte Tag unserer Reise beginnen:

Erzgebirge lässt grüßen…

Alice Hlaváčková, die Leiterin vom BGZ Komotau im „Bund der Deutschen Region Erzgebirge und sein Vorland“ brachte zweiundzwanzig Menschen zusammen, die an unserer Lesung interessiert waren. Wieder Gastfreundschaft pur und auch wir konnten den Versammelten Freude vorbereiten: zweisprachig führte ich durchs Programm und damit ist wirklich jeder auf seine Kosten gekommen. Nach eineinhalbstündigen Programm, welches pflichtgemäß mit zwei Erzgebirgsliedern vom Anton Günter beendet wurde, machten wir uns auf die Heimreise. Als wir in Chiesch in der dortigen Kleinbrauerei die drei Tage auswerteten, stellten wir fest, dass es ein sehr gelungenes Projekt war, welches wir wieder in anderen Verbänden im Jahre 2017 wiederholen müssen. Wir stoßen bei allen drei Verbänden auf aus Herzen kommende Gastfreundschaft und uns hat es auch riesigen Spaß gemacht, auch wenn es doch ein wenig anspruchsvoll war.

Noch einmal vielen Dank für die Unterstützung und wieder einmal „Auf Wiedersehen!“

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