„Dej si pivo a vypadni“
„Da hast du ein Bier und verschwinde“
(Stadtfest in Tepl 2015)
Richard Šulko

Die Kultur der Deutschen in den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten zu präsentieren und wahrzunehmen ist auch fünfundzwanzig Jahre nach der Wende manchmal spannend. Nach der sehr guten Zusammenarbeit in Sachen alter Klosterfriedhof in Tepl haben die „Målaboum“ eine Einladung bekommen, beim Stadtfest in Tepl mitzumachen. Im Jahre 2015 feierte die Stadt Tepl 630 Jahre seit der Erteilung der Stadtrechte und 145 Jahre Freiwillige Feuerwehr. Also machten wir uns am Samstag, den 22. August auf den Weg…. Das Wetter war nach den vielen Wochen tödlicher Hitze sehr angenehm. Der Marktplatz von Tepl war gut besucht und das Programm war wirklich für Jedermann! Durch den ganzen Tag führte ein Profi vom Tschechischen Rundfunk aus Pilsen, Petr Čimpera. Die ersten Auftretenden waren eine Tanzgruppe der Roma aus Tepl. Der zweite Abschnitt gehörte den Solosängern und Musikanten der Musikkunstschule aus Tepl. Man erkannte sofort, dass „aus Böhmen kommt die Musik“: insbesondre die Leistung Filip Hemzas auf seiner Trompete war exzellent!

Wir kamen kurz nach ein Uhr aufs Podium. Der dritte Versuch Čimperas uns (die „Målaboum“) vorzustellen haute endlich hin und damit konnten wir mit unserem „Zeug“ anfangen. Ich erklärte den tschechischen Zuschauern jeweils den Inhalt von den Liedern, die wir sangen, aber es hat scheinbar nicht viel geholfen. Schon beim zweiten Egerländer Volkslied kam ein Zuschauer vors Podium, stellte vor mir ein Bier hin und sagte: „Dej si pivo a vypadni“ („Da hast du ein Bier und verschwinde“). Ich bin schon Einiges beim „Gefecht“ für unsere Egerländer Kultur gewöhnt, aber das hat mich doch ein wenig überrascht. Nun konnten wir den Zuschauern in einer dreiviertel Stunde unseren Liederschatz präsentieren. In der Ansprache konnte ich sowohl die Trachten erklären, als auch unsere Aktivitäten am alten Tepler Klosterfriedhof, wo wir heuer schon zum zweiundzwanzigsten Mal mit der Egerland-Jugend arbeiteten. Mit einem freudigen Applaus wurden wir verabschiedet und bekamen Einladungen nicht nur zum Rundfunk, sondern auch zu einem Freundschaftsbesuch in Deutschland, nicht weit von der Französischen Grenze. Ein wirklich sehr erfolgreicher Auftritt!

 

 

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