120 Jahre Bund der Deutschen in Netschetin

Der „Bund der Deutschen in Böhmen, e.V.“ feierte am 19. November 2016 im Stift Tepl seine Ersterwähnung im Jahre 1896 mit einer Feierstunde und Fahnenweihe.


Zahlreiche Ehrengäste…..

Dieser nasse Samstag wurde zur Krönung der fünfundzwanzig Jahre langen, ehrenamtlichen Arbeit der „verbliebenen“ Deutschen aus Netschetin. Aus diesem Anlass organisierte dieser Verein, der als einziger auf dem Land arbeitet, im neu renovierten Teil des Prämonstratenser Klosters in Tepl bei Marienbad eine Feierstunde mit reichem Begleitprogramm: Nach einem Musikstück, gespielt von Vojtěch Šulko auf der Zither, begrüßte im kleinen Theatersaal der Vorsitzende Richard Šulko die anwesenden Gäste. Unter ihnen waren: Dieter Fuchsenthaler von der Deutschen Botschaft Prag, Jiří Kapr, Gemeinderat von Netschetin, Václav Slavík, Bürgermeister von Luditz, Karel Hermann, Bürgermeister von Tepl, Petr Třešňák, Bürgermeister von Marienbad, Jaromír Bartoš, Direktor des Marienbader Museums, Dr. Gerhard Köhler, 2. Vorsitzender vom „Verein der Freunde des Stifts Tepl zu Esslingen am Neckar e.V.“, Dr. Gert Reiprich, gebürtiger Tepler und Mitglieder des Nachbarverbandes aus Pilsen mit ihrer Vorsitzenden Terezie Jindřichová. Bis aus Wildenschwert im Adlergebirge kam der Hersteller der Fahne Zdeněk Velebný mit seiner Frau Hana und ihrem jüngsten Sohn zu der Veranstaltung. Nicht vergessen werden darf der „Hausherr“: Abt des Klosters P. Zdeněk Filip Lobkowicz, OPraem. Nach einem Egerländer Volkslied, gespielt von den „Målaboum“ richteten die Ehrengäste ihr Grußwort an die Versammlung. Das ergreifendste Grußwort überbrachte der Tepler Bürgermeister Karel Hermann. Zum Schluss sagte er: „Für die Zukunft wünsche ich dem Verein das Beste und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit. Wir haben eine große Chance, gemeinsam eine Brücke der Verständigung zu bauen, was für manche eine aufregende und bereichernde Aufgabe sein kann. Und persönlich wünsche ich dem Verein, den Deutschen und Tschechen alles das, was in meinem Herz los ist: Es lebt in Gelassenheit in Frieden und in einem Rhythmus trotz der Tatsache, dass in ihm tschechisches, deutsches und polnisches Blut fließt“

 


Festvortrag und Volkstanzeinlagen, Fahnenweihe in der Stiftskirche…..

Aus Netschetin kam der dortige Chronist und Gemeinderat Jiří Kapr, der nicht nur Netschetin offiziell vertrat, sondern die Versammelten auch in einem Festvortrag über die 120 Jahre „Bund der Deutschen in Böhmen“ in Netschetin informierte. Das wohl interessanteste waren die historischen Ereignisse und die Zusammenhänge, in denen die verschiedensten Vereine gegründet worden waren. Nach seinem Vortrag las Richard Šulko einen Polizeibericht vom „Tag des Egerlandes“ am 8. und 10. September 1933 vor, der in Netschetin stattgefunden hatte, mit drei Bildern von diesem Ereignis. Danach zeigte die Egerländer Volkstanzgruppe „ Die Målas“ drei Volkstänze: den Kindertanz „I(ch wois woos“ mit den Kleinsten, dann den „Howanssok“ und „Schäi(n lustigh u kerngout“.  Nach kurzer Erklärung zur Entstehung der neuen Vereinsfahne wurde sie enthüllt und vorbereitet zum Weg in die Klosterkirche, in der Abt Lobkowicz die Fahne und das Fahnenband vom Paten, dem „Heimatverein Luditz, Buchau, Deutsch-Manetin e.V.“ weihte. Die musikalische Begleitung auf der Kirchenorgel übernahm Elfriede Šulková aus Plachtin. Danach gingen alle Anwesenden zu der Stiftskapelle, in der Gottesdienst stattfand. Danach wurde unter dem Gnadenbild von Maria Stock noch ein gemeinsames Foto gemacht und die Vereinsfahne wurde mit dem Bild berührt: auf ihrer Rückseite ist nämlich dieses Bild abgebildet. Mit einem kleinen Imbiss, finanziert durchs BMI, endete die Veranstaltung.


Richard Šulko

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